Beitrag · Bad & Sanitär

Kleines Bad im Altbau: mehr Raum durch gute Entscheidungen

Viele Berliner Altbauwohnungen haben Bäder, die nachträglich in eine Kammer oder einen abgetrennten Teil der Küche eingebaut wurden. Solche Räume sind schmal und oft fensterlos – und lassen sich trotzdem angenehm nutzen, wenn die Aufteilung stimmt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zuerst den Grundriss durchspielen: Tür, Bewegungsflächen und die Lage der Fallleitung setzen die Grenzen.
  • Wandhängende Objekte, Nischen und eine gut geplante Dusche schaffen nutzbare Fläche.
  • In fensterlosen Bädern entscheiden Lüftung und Licht darüber, wie wohnlich der Raum wirkt.

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Wer eine Altbauwohnung kauft oder saniert, trifft oft auf dasselbe Bild: ein Bad von wenigen Quadratmetern, eine Wanne quer vor der Wand, ein Waschbecken hinter der Tür und Leitungen, die sichtbar über die Fliesen laufen. Viele dieser Bäder sind erst Jahrzehnte nach dem Bau des Hauses entstanden, als Toiletten auf halber Treppe durch Bäder in den Wohnungen ersetzt wurden. Entsprechend improvisiert ist ihr Zuschnitt.

Bei einer Sanierung lässt sich daraus viel machen. Die wichtigste Erkenntnis vorweg: In kleinen Bädern entscheidet weniger die Ausstattung über den Eindruck als die Aufteilung.

Mit dem Grundriss anfangen

Bevor Fliesen oder Armaturen ausgesucht werden, lohnt ein maßstäblicher Grundriss mit allen festen Punkten: Tür, Fenster (falls vorhanden), Heizkörper, Schacht und Fallleitung. Die Fallleitung ist oft der wichtigste Fixpunkt, denn das WC sollte möglichst in ihrer Nähe liegen. Je weiter es entfernt ist, desto länger wird die Anschlussleitung und desto mehr Höhe braucht sie bei gleichem Gefälle – die Installation muss dann höher oder tiefer ansetzen.

Fragen für den Grundriss

  • In welche Richtung öffnet die Tür, und würde eine nach außen öffnende Tür Platz schaffen?
  • Wo liegt die Fallleitung, und wie weit darf das WC davon entfernt stehen?
  • Welche Bewegungsfläche bleibt vor WC, Waschtisch und Dusche?
  • Muss der Heizkörper an seiner Stelle bleiben, oder gibt es einen besseren Platz?

Dusche oder Wanne?

In sehr kleinen Bädern fällt die Entscheidung meist für die Dusche. Eine Wanne braucht eine feste Länge; eine Dusche lässt sich an die verfügbare Fläche anpassen und in eine Nische oder Ecke setzen. Wer auf ein Wannenbad nicht verzichten möchte, kann über eine kürzere Wanne oder eine Wanne mit Duschzone nachdenken – beides braucht aber eine gute Abtrennung gegen Spritzwasser.

Eine bodengleiche Dusche lässt einen kleinen Raum großzügiger wirken, weil der Boden durchläuft. Im Altbau hängt sie jedoch von der Deckenkonstruktion und der verfügbaren Aufbauhöhe ab. Die Voraussetzungen erklärt der Leitfaden Bodengleiche Dusche.

  • Glas statt Vorhang

    Klares Glas hält Wasser zurück, ohne den Raum optisch zu teilen. Eine feststehende Glaswand ohne Tür braucht allerdings genug Tiefe, damit kein Wasser herausspritzt.

  • Schiebe- oder Falttüren

    Wo eine aufschwingende Tür im Weg wäre, sparen Schiebe- oder Faltlösungen Bewegungsfläche vor der Dusche.

WC und Waschtisch platzsparend planen

Wandhängende WCs und Waschtische halten den Boden frei. Das erleichtert die Reinigung und lässt den Raum ruhiger wirken. Beim WC gelingt das meist mit einer Vorwandinstallation, die allerdings spürbar Raumtiefe kostet. Wie sie aufgebaut ist, beschreibt der Leitfaden Vorwandinstallation im Bad.

Bei Waschtischen lohnt der Blick auf die Tiefe: Kompakte Modelle ragen deutlich weniger in den Raum als übliche Größen, und ein Eckwaschtisch kann eine sonst ungenutzte Ecke füllen. Die Armatur sollte zum Becken passen, damit das Wasser auch bei einem kleinen Becken nicht über den Rand spritzt.

Stauraum in der Wand statt davor

Offene Regale und Hochschränke machen einen kleinen Raum schnell eng. Besser funktionieren Nischen, die in eine Vorwand oder eine Verkleidung eingelassen werden – in der Dusche für Shampoo, über dem WC für Handtücher. Auch ein in die Vorwand oder eine Verkleidung eingelassener Spiegelschrank spart Tiefe. Solche Nischen müssen allerdings geplant sein, bevor die Wand geschlossen wird.

Lüftung in Bädern ohne Fenster

Viele Altbaubäder haben kein Fenster. Ohne ausreichende Lüftung bleibt die Feuchtigkeit nach dem Duschen im Raum, und an Fugen und Decke droht Schimmel. Vorgeschrieben ist dann eine wirksame mechanische Lüftung, meist ein Abluftventilator, der die feuchte Luft über einen Schacht oder eine Leitung nach außen führt. Damit Luft nachströmen kann, braucht die Tür einen Spalt oder ein Lüftungsgitter.

Ob ein vorhandener Schacht genutzt werden darf und wie die Abluft geführt wird, hängt vom Gebäude ab. In Mehrfamilienhäusern betrifft das häufig gemeinsame Anlagen, über die nicht eine Wohnung allein entscheidet. Hängt in der Wohnung eine Gastherme, die ihre Verbrennungsluft aus dem Raum bezieht, darf ein Abluftventilator nur nach fachlicher Prüfung eingebaut werden, weil der entstehende Unterdruck Abgase in die Wohnung ziehen kann.

Licht und Oberflächen

Eine einzelne Deckenleuchte wirft in schmalen Räumen harte Schatten. Licht am Spiegel, das von vorn oder seitlich auf das Gesicht fällt, ist für den Alltag wichtiger als eine besonders helle Deckenleuchte. Wo Leuchten, Schalter und Steckdosen sitzen dürfen, bestimmen in kleinen Bädern vor allem die elektrischen Schutzbereiche; die Planung und Ausführung gehört in die Hand einer Elektrofachkraft. Helle Wände reflektieren das Licht; großformatige Fliesen mit wenigen Fugen wirken ruhig, verlangen aber einen sehr ebenen Untergrund – im Altbau keine Selbstverständlichkeit.

Nicht jede Wand im Bad muss gefliest sein. Außerhalb der Spritzwasserbereiche kommen auch feuchtraumgeeignete Anstriche infrage, die den Raum weniger kühl wirken lassen.

Was vor der Sanierung geklärt sein sollte

  • ob Leitungen oder Abluft gemeinsame Anlagen des Hauses betreffen
  • wie der Boden aufgebaut ist und ob er eine bodengleiche Dusche zulässt
  • welche Objekte und Maße feststehen, damit die Anschlüsse passen
  • wie lange das Bad während der Arbeiten ausfällt und wo man in dieser Zeit duschen kann

In welcher Reihenfolge die Arbeiten typischerweise ablaufen, zeigt die Reihenfolge der Gewerke; was zu einer vollständigen Erneuerung gehört, beschreibt die Seite Badsanierung.

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