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In älteren Bädern liegen Wasser- und Abwasserleitungen oft direkt in der Wand oder als sichtbare Rohre davor. Bei einer Sanierung wird das häufig durch eine Vorwandinstallation ersetzt. Dabei entsteht vor der bestehenden Wand eine zusätzliche, halbhohe oder raumhohe Konstruktion, in der die Technik verschwindet.
Woraus eine Vorwand besteht
- Montageelement
- Ein Stahlrahmen, der für ein bestimmtes Objekt ausgelegt ist – etwa für ein wandhängendes WC mit eingebautem Spülkasten oder für einen Waschtisch. Er trägt die Last des Objekts und wird am Boden und an der Wand befestigt.
- Leitungen
- Zu- und Ableitungen werden im Rahmen verlegt und an die vorhandene Installation angeschlossen. Wo sie durch die Beplankung treten, entstehen später die Anschlüsse für Armaturen und Objekte.
- Beplankung
- Vor den Elementen werden Platten montiert, die für Feuchträume geeignet sind. Sie bilden den Untergrund für Abdichtung und Fliesen.
- Revisionsöffnung
- Hinter der Betätigungsplatte über dem WC liegt ein Zugang zur Spültechnik. Verschleißteile lassen sich dort tauschen, ohne Fliesen zu entfernen.
Neben Rahmen mit Plattenbeplankung gibt es Systeme, bei denen die Montageelemente eingemauert oder mit fertigen Formteilen verkleidet werden. Welches System passt, hängt vom Untergrund, von den gewünschten Objekten und von der Raumsituation ab.
Wann eine Vorwand sinnvoll ist
- Die Bestandswand muss nicht für Leitungen aufgestemmt werden – ein Vorteil bei dünnen Wänden, bei Wänden zur Nachbarwohnung und bei Mauerwerk, das tiefe Schlitze schlecht verträgt.
- Wandhängende WCs lassen den Boden darunter frei und erleichtern das Reinigen.
- Die Höhe von WC und Waschtisch lässt sich bei der Montage passend einstellen.
- Auf einer halbhohen Vorwand entsteht eine durchgehende Ablage.
- Leitungen lassen sich neu führen, ohne andere Wände des Raums zu öffnen.
Der Preis ist Raumtiefe
Eine Vorwand steht vor der Wand und nimmt deshalb Platz ein. Wie viel, hängt vom System und von den Leitungen ab, die darin verlaufen; vor allem der Abwasseranschluss des WCs bestimmt, wie tief sie mindestens werden muss. In einem schmalen Altbaubad kann das darüber entscheiden, ob Tür, Waschtisch und Dusche noch sinnvoll nebeneinander passen.
Deshalb lohnt es sich, den Grundriss vor der Entscheidung durchzuspielen: Wie tief darf die Vorwand werden, damit vor dem WC und zwischen den Objekten genug Bewegungsfläche bleibt? Muss sie über die ganze Wandlänge laufen, oder genügt ein Abschnitt? Anregungen für enge Räume gibt der Beitrag Kleines Bad im Altbau sanieren.
Schallschutz von Anfang an mitdenken
Fließendes Wasser und die Spülung können sich über Wände und Decken in angrenzende Räume übertragen. Montageelemente werden deshalb mit schalldämmenden Befestigungen montiert, Leitungen sollen die Wand nicht starr berühren, und der Hohlraum kann gedämmt werden. Besonders an Wänden zu Schlafzimmern oder zur Nachbarwohnung verdient das Aufmerksamkeit; gegenüber fremden Wohn- und Schlafräumen gelten Mindestanforderungen nach DIN 4109.
Was zugänglich bleiben muss
Vor dem Schließen der Vorwand prüfen
- Betätigungsplatte und Revisionsöffnung des Spülkastens sind erreichbar.
- Absperrventile für Waschtisch und WC liegen dort, wo man sie im Ernstfall findet.
- Die Anschlusspositionen passen zu den ausgewählten Objekten.
- Befestigungspunkte für Spiegel, Schränke oder Haltegriffe sind eingeplant, damit später nicht in Leitungen gebohrt wird.
Die letzten beiden Punkte zeigen, warum Objekte, Armaturen und Einbauten früh ausgewählt werden sollten: Die Montageelemente werden auf bestimmte Maße eingestellt, bevor die Wand geschlossen wird. Wie die Vorwand in die Abfolge eines Badumbaus passt, beschreibt die Reihenfolge der Gewerke; wie sich Vorsatzschalen und Ständerwände allgemein unterscheiden, der Leitfaden Trockenbauwände.
Häufige Fragen zur Vorwandinstallation
Die Montageelemente sind für die Belastung im normalen Gebrauch ausgelegt; die zulässige Last steht in den Herstellerangaben. Entscheidend ist, dass Rahmen und Befestigung im Untergrund fachgerecht montiert sind.