Gründerzeithaus an einer baumbestandenen Straße mit Fassadengerüst und Schutznetz

Fassadensanierung · Mehrfamilienhaus

Fassade am Mehrfamilienhaus sanieren in Berlin – Straßenseite, Hof und bewohntes Haus

Am Mehrfamilienhaus hat die Fassade oft zwei Gesichter: eine gegliederte Straßenfront mit Stuck und schlichte Hoffassaden. Dazu kommen ein Gerüst, das auf öffentlichem Grund steht, Bewohner, die während der Arbeiten im Haus bleiben, und eine Entscheidung, die viele Beteiligte gemeinsam treffen.

Beispielhafte Darstellung – kein Referenzprojekt.

Die Straßenfassade mit Stuck

Gesimse, Fensterverdachungen und Ornamente aus Stuck werden zuerst durch Abklopfen untersucht, weil lose Teile auf den Gehweg fallen können. Beschädigter Stuck wird gesichert statt abgeschlagen; Ergänzungen übernehmen je nach Umfang Stuckateure. Liegt das Haus in einem Erhaltungsgebiet oder steht es unter Denkmalschutz, können Änderungen an Fassade, Farbe oder Fenstern genehmigungspflichtig sein. Ob das zutrifft, klärt das Bezirksamt bzw. die Denkmalbehörde, bevor Farbtöne und Materialien festgelegt werden.

Hoffassaden und Seitenflügel

Zum Hof hin sind die Fassaden meist schlicht verputzt oder aus Klinker, dafür oft stärker verwittert, weil sie über Jahrzehnte weniger Aufmerksamkeit bekamen. Enge Höfe trocknen schlecht ab, sodass Algen, Feuchte am Sockel und abgängiger Putz häufiger sind. Das Gerüst im Hof wird mit Mülltonnen, Fahrradstellplätzen und Zugängen zu Seitenflügel und Hinterhaus abgestimmt. Nicht selten ist es sinnvoll, Hof- und Straßenseite in getrennten Abschnitten zu bearbeiten.

Gerüst im Straßenland

Steht das Gerüst auf dem Gehweg, wird öffentliches Straßenland genutzt. Dafür braucht es eine Erlaubnis des Bezirks und oft eine verkehrsrechtliche Anordnung, etwa wenn Parkplätze gesperrt oder Fußgänger umgeleitet werden. Diese Genehmigungen brauchen Vorlauf und müssen vor dem Aufbau vorliegen. Schutzdächer über dem Gehweg und Netze am Gerüst sichern Passanten gegen herabfallende Teile.

Balkone als Schnittstelle

Balkone hängen an der Fassade, haben aber eigene Themen: Tragwerk, Abdichtung der Platte, Geländer und Entwässerung. Bei einer Fassadensanierung werden vor allem die Anschlüsse von Balkonplatte und Geländer an die Wand betrachtet. Zeigen sich Risse, Rost an Trägern oder Abplatzungen an der Unterseite, gehört das in die Hände eines Tragwerksplaners. Die Instandsetzung der Balkone selbst ist ein eigenes Vorhaben, das zeitlich mit dem Gerüst verbunden werden kann.

Bewohntes Haus und Beschluss der Eigentümer

Während der Arbeiten sind Fenster teilweise verhängt, Balkone nicht nutzbar und es entsteht Lärm beim Abschlagen von Putz. Eine frühzeitige Information der Bewohner, ein Aushang im Treppenhaus und ein fester Ansprechpartner bei der Hausverwaltung vermeiden viele Konflikte. In einer Eigentümergemeinschaft ist die Fassade Gemeinschaftseigentum; die Sanierung braucht einen Beschluss, der Umfang und Finanzierung festlegt. Eine vorherige Bestandsaufnahme liefert dafür die Grundlage.

Häufige Fragen

Häufige Fragen: Fassadensanierung im Mehrfamilienhaus

Steht es auf dem öffentlichen Gehweg oder der Straße, ja. Dann ist eine Erlaubnis des Bezirks nötig, oft ergänzt um eine verkehrsrechtliche Anordnung. Steht es vollständig auf dem eigenen Grundstück, etwa im Hof, entfällt das in der Regel.

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