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Renovieren im Mehrfamilienhaus: gut mit den Nachbarn auskommen

Eine Renovierung betrifft nicht nur die eigene Wohnung. Bohrgeräusche, Staub im Treppenhaus und ein Container vor der Tür bekommen alle im Haus mit. Mit etwas Vorbereitung lässt sich vieles entschärfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Früh informieren: Hausverwaltung und Nachbarn sollten wissen, was wann ansteht.
  • Ruhezeiten und Hausordnung bestimmen, wann laute Arbeiten möglich sind.
  • Treppenhaus, Aufzug und Entsorgung brauchen eigene Absprachen.

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In Berlin leben die meisten Menschen in Mehrfamilienhäusern. Wer dort renoviert, teilt Treppenhaus, Hof und oft auch Leitungen mit vielen anderen. Konflikte entstehen oft nicht wegen der Arbeiten selbst, sondern weil niemand Bescheid wusste. Dieser Beitrag sammelt, woran vor und während einer Renovierung zu denken ist.

Rechtzeitig informieren

Die Hausverwaltung ist die erste Adresse. Sie weiß, ob die Hausordnung besondere Regeln enthält, ob im selben Zeitraum schon andere Arbeiten im Haus geplant sind und wer für Aufzug oder Hoftore zuständig ist. In Eigentümergemeinschaften kann sie außerdem sagen, ob für Ihr Vorhaben ein Beschluss nötig ist.

Den Nachbarn genügt meist ein Aushang oder eine kurze Nachricht im Briefkasten: was gemacht wird, ungefähr von wann bis wann, an welchen Tagen es laut wird und wie man Sie erreicht. Wer direkt unter oder neben der Wohnung wohnt, freut sich über ein persönliches Wort.

Was in eine Nachbarinformation gehört

  • Art der Arbeiten und betroffene Wohnung
  • voraussichtlicher Zeitraum und besonders laute Tage
  • geplante Unterbrechungen von Wasser oder Strom, falls andere betroffen sind
  • Nutzung von Treppenhaus, Aufzug oder Hof
  • eine Kontaktmöglichkeit für Rückfragen

Ruhezeiten und laute Arbeiten

In Berlin schützt das Landes-Immissionsschutzgesetz die Nachtruhe zwischen 22 und 6 Uhr – bei Baustellen zwischen 20 und 7 Uhr – sowie die Ruhe an Sonn- und Feiertagen. An Werktagen sind laute Bauarbeiten damit von 7 bis 20 Uhr möglich. Viele Hausordnungen sehen jedoch zusätzliche Ruhezeiten vor, etwa über Mittag. Maßgeblich ist, was im jeweiligen Haus gilt.

Besonders laute Arbeiten wie Stemmen, Bohren in Beton oder das Schleifen von Böden lassen sich oft auf zusammenhängende Tage legen und gezielt ankündigen. Das ist für die Nachbarn meist leichter zu ertragen als Lärm, der sich über Wochen verteilt.

Treppenhaus, Aufzug und Hof

  • Treppenhaus und Stufen mit geeignetem Material schützen, besonders beim Transport von Estrich, Fliesen oder Schutt
  • die Aufzugskabine auskleiden, falls der Aufzug für Material genutzt werden darf
  • Zugänge und Fluchtwege frei halten und kein Material im Treppenhaus lagern
  • Staubschutz an der Wohnungstür anbringen, damit kein Staub ins Haus zieht
  • das Treppenhaus nach Transporttagen reinigen

Entsorgung und Container

Bauschutt, alte Fliesen und Verpackungen fallen schnell in größeren Mengen an. Soll ein Container im öffentlichen Straßenraum stehen, ist in Berlin eine Genehmigung beim zuständigen Bezirksamt nötig; auf dem Grundstück oder im Hof braucht es die Zustimmung der Eigentümerseite beziehungsweise der Hausverwaltung. Bauabfälle werden nach Arten wie mineralischem Schutt, Holz und Metall getrennt gesammelt und entsorgt.

Schadstoffe nicht übersehen

In älteren Gebäuden können Baustoffe Asbest oder andere Schadstoffe enthalten, etwa alte Bodenplatten, Kleber oder Spachtelmassen. Bei Gebäuden mit Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 muss grundsätzlich mit asbesthaltigen Materialien gerechnet werden; betroffene Baustoffe sollten deshalb vor Abbruch-, Stemm- oder Schleifarbeiten untersucht werden, denn für sie gelten besondere Schutz- und Entsorgungsvorschriften. Welche Belastungen unter alten Bodenbelägen vorkommen, beschreibt der Leitfaden Alte Dielen im Altbau.

Wasser, Strom und gemeinsame Leitungen

Muss für Arbeiten an Leitungen das Wasser im ganzen Strang abgestellt werden, betrifft das auch andere Wohnungen. Solche Unterbrechungen sollten mit der Hausverwaltung abgestimmt und früh angekündigt werden. Wer weiß, welche Leitungen zur eigenen Wohnung gehören und welche gemeinsam genutzt werden, vermeidet Überraschungen – mehr dazu im Leitfaden Sanieren in der Eigentumswohnung.

Wenn Sie selbst wohnen bleiben

Wer während der Arbeiten in der Wohnung bleibt, erlebt die Belastungen doppelt: als Nachbar im Haus und in den eigenen vier Wänden. Welche Planung dann hilft, beschreibt die Seite Renovieren im bewohnten Zuhause. Und wer neue Böden plant, sollte an die Wohnung darunter denken; der Leitfaden Trittschall beim neuen Boden erklärt, warum.

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