
Komplettsanierung · Altbauwohnung
Altbauwohnung sanieren in Berlin – eine Wohnung zwischen Holzbalken und Stuckdecke
Eine Gründerzeitwohnung hat eigene Regeln: Der Boden ist eine Holzbalkendecke, die Wände tragen oft mehr, als man ihnen ansieht, und in den Leitungen stecken mehrere Jahrzehnte Umbaugeschichte. Diese Seite beschreibt, was das für die Sanierung einer einzelnen Wohnung bedeutet.
Beispielhafte Darstellung – kein Referenzprojekt.
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Wann eine Altbauwohnung saniert wird
Nach dem Kauf einer Gründerzeitwohnung
Die Wohnung ist frei, der Zustand von Dielen, Leitungen und Bad aber nur von außen bekannt. Vor dem Einzug soll alles erledigt werden, was Böden und Wände öffnet.
Frühere Modernisierungen wieder zurückbauen
Teppich auf Dielen, abgehängte Decken vor dem Stuck oder ein Bad aus den Siebzigern: Oft soll die ursprüngliche Substanz wieder sichtbar werden.
Veraltete Elektrik und Wasserleitungen
Stoffisolierte Kabel, fehlende Schutzleiter oder verzinkte Rohre machen eine Erneuerung nötig, die sich durch alle Räume zieht.
Ein Bad im Altbau neu aufbauen
Das Bad liegt auf einer Holzbalkendecke oder in einer ehemaligen Kammer. Aufbau, Gewicht und Abdichtung verlangen hier eine eigene Planung.
Was dazugehören kann
Welche Arbeiten in der Wohnung anfallen, hängt davon ab, was erhalten bleibt und was die frühere Nutzung hinterlassen hat.
- Dielen und FußbodenaufbauTragfähigkeit prüfen, aufarbeiten oder neu aufbauen
- Stuck und DeckenflächenSchützen, ergänzen, Risse fachgerecht schließen
- ElektroinstallationStoffkabel und alte Verteilung ersetzen
- Trinkwasser und AbwasserBlei- und verzinkte Leitungen bis zum Strang
- Bad auf HolzbalkendeckeLeichter Aufbau, Abdichtung, Entwässerung
- SchallschutzTrittschall zur Wohnung darunter mitdenken
- OberflächenKalkputz, Spachtel, Anstrich passend zum Bestand
Fachwissen
Was eine Gründerzeitwohnung fachlich verlangt
Im Altbau entscheidet sich viel am Boden und in der Wand, bevor über Oberflächen gesprochen wird.
Holzbalkendecke und Dielen
Unter den Dielen liegen Balken, dazwischen ein Einschub mit Schüttung aus Lehm, Sand oder Schlacke. Diese Konstruktion ist leicht, verträgt aber keine hohen Zusatzlasten und keine Feuchte. Ein Nassestrich bringt beides mit, deshalb kommen auf Holzbalkendecken oft Trockenestrich oder Holzwerkstoffplatten zum Einsatz. Ob Dielen erhalten werden können, zeigt sich an Befestigung, Durchbiegung und Zustand der Balkenauflager.
Alte Leitungen hinter Putz
In Gründerzeitwohnungen finden sich stoffummantelte Kabel ohne Schutzleiter neben späteren Ergänzungen in Kunststoff. Bei den Wasserleitungen reicht die Spanne von verzinktem Stahl bis zu Blei. Bleileitungen sind nach der Trinkwasserverordnung nicht mehr zulässig und werden ersetzt oder stillgelegt. Arbeiten an Elektrik und Trinkwasser dürfen nur beim Netzbetreiber bzw. Wasserversorger eingetragene Fachbetriebe ausführen.
Kastendoppelfenster und Gemeinschaftseigentum
Die typischen Kastendoppelfenster sind bauphysikalisch durchdacht und oft erhaltenswert. In einer Eigentumswohnung gehören Fenster in der Regel zum Gemeinschaftseigentum, auch wenn sie nur von einer Wohnung aus zugänglich sind. Austausch, Umbau oder neue Dichtungen sind deshalb vorab mit der Hausverwaltung abzustimmen. Innenseitig lassen sich Anstrich und Beschläge oft im Rahmen der Wohnungssanierung einplanen.
Schadstoffverdacht aus späteren Umbauten
Das Haus stammt aus der Zeit um 1900, viele Einbauten aber aus den Sechziger- bis Achtzigerjahren. Bodenplatten, schwarze Kleber, Spachtelmassen oder Fliesenkleber aus dieser Zeit können Asbest oder teerhaltige Stoffe enthalten. Für Gebäude mit Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 gilt deshalb: Vor Arbeiten, die solche Schichten berühren, wird der Verdacht geklärt. Bestätigt er sich, dürfen nur Betriebe mit entsprechender Sachkunde daran arbeiten.
Schallschutz zur Nachbarwohnung
Holzbalkendecken übertragen Trittschall deutlich stärker als Betondecken. Wer Teppich gegen Parkett oder Fliesen tauscht, verändert, was in der Wohnung darunter ankommt. Eine entkoppelte Verlegung und eine geeignete Trittschalldämmung gehören deshalb früh in die Bodenplanung, nicht erst an ihr Ende.
Schritt für Schritt
Wie die Sanierung einer Altbauwohnung abläuft
Die Abfolge richtet sich danach, welche Bauteile geschützt werden müssen und wie weit geöffnet wird.
Ablauf im Detail- 01
Aufnahme und Probeöffnungen
Dielen, Deckenaufbau, Leitungsmaterial und Verdachtsstellen werden angesehen, wo nötig an kleinen Stellen geöffnet. Daraus ergibt sich, was erhalten wird.
- 02
Schutz und Rückbau
Stuck, Türen und erhaltenswerte Dielen werden abgedeckt oder ausgebaut. Erst danach werden spätere Einbauten zurückgebaut.
- 03
Leitungen und Bodenaufbau
Neue Elektro- und Wasserleitungen werden verlegt, solange Wände und Böden offen sind. Anschließend folgt der Bodenaufbau passend zur Holzbalkendecke.
- 04
Bad, Oberflächen, Dielen
Das Bad wird abgedichtet und gefliest, Wände und Decken werden hergerichtet. Erhaltene Dielen werden bis zum Schluss geschützt; ihr Abschleifen übernimmt ein Parkettfachbetrieb gesondert.
Wer Arbeiten an Elektro, Wasser und Heizung ausführen darf
Elektro-, Trinkwasser- und Heizungsarbeiten innerhalb einer Sanierung dürfen nur Fachbetriebe ausführen, die dafür eingetragen bzw. zugelassen sind: für die elektrische Anlage nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers, für die Trinkwasserinstallation nach § 12 AVBWasserV im Installateurverzeichnis eines Wasserversorgers und für Heizungsarbeiten mit dem Installateur- und Heizungsbauerhandwerk in der Handwerksrolle. Lassen Sie sich vor der Beauftragung nennen, welche Betriebe diese Arbeiten übernehmen.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Thema Altbauwohnung
Meist ja, wenn Aufbau und Gewicht passen. Geprüft werden der Zustand der Balken im Nassbereich, die Last von Estrich, Fliesen und Wanne sowie die Abdichtung. Häufig wird mit leichten Trockenbausystemen gearbeitet, und bei Schäden an Balken wird vorab eine fachkundige Beurteilung eingeholt.
Weiterführend
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