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Dielenböden gehören zum Charakter vieler Gründerzeit- und Vorkriegsbauten. Die langen Bretter aus Nadelholz liegen meist auf Holzbalken, zwischen denen eine Schüttung für Schall- und Wärmeschutz sorgt. Über die Jahrzehnte wurden sie gestrichen, mit Teppich beklebt oder unter neuen Belägen versteckt. Wird ein solcher Boden freigelegt, stellt sich die Frage, ob er bleiben kann.
Den Zustand beurteilen
Worauf beim Freilegen zu achten ist
- Federn oder geben einzelne Bereiche beim Gehen deutlich nach?
- Sind Dielen gebrochen, von Schädlingen befallen oder an Stellen feucht gewesen?
- Wie viel Holz ist über der Nut noch vorhanden, wenn früher schon geschliffen wurde?
- Liegen die Dielen auf Balken, deren Auflager trocken und intakt sind?
- Wurden Stellen für Leitungen ausgesägt und nur provisorisch geschlossen?
Ein leichtes Nachgeben ist bei Holzbalkendecken normal. Deutliches Federn, abgesenkte Bereiche oder weiche, dunkle Stellen deuten dagegen auf Schäden hin, die vor jeder Aufarbeitung geklärt werden müssen – im Zweifel von Fachleuten für Holzschutz oder Tragwerk.
Vorsicht bei alten Klebern und Anstrichen
Schwarze Kleber prüfen lassen
Unter alten Parkett- und Bodenbelägen finden sich manchmal schwarze, teerhaltige Kleber. Sie können polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) enthalten, die beim Schleifen als Staub freigesetzt werden. Auch alte Holzschutzmittel, etwa mit PCP oder Lindan, sowie alte Kunststoffbeläge wie Floor-Flex-Platten und deren Kleber können belastet sein, Letztere mit Asbest. Alte Ölfarbanstriche auf Dielen können bleihaltig sein; beim Schleifen entsteht dann belasteter Staub, deshalb wird der Anstrich vorher untersucht. Bei Gebäuden mit Baubeginn vor dem 31. Oktober 1993 muss grundsätzlich mit asbesthaltigen Materialien gerechnet werden; vor dem Entfernen oder Abschleifen sollte deshalb eine Materialprobe untersucht werden. Bestätigt sich eine Belastung, dürfen nur sachkundige Fachbetriebe unter besonderen Schutzmaßnahmen arbeiten, und die Reste werden als gefährlicher Abfall entsorgt.
So werden Dielen aufgearbeitet
- Alte Beläge, Nägel, Klammern und Kleberreste werden entfernt.
- Lose Dielen werden neu befestigt, schadhafte Stücke ersetzt – möglichst mit Altholz ähnlicher Farbe und Maserung.
- Der Boden wird in mehreren Schleifgängen mit immer feinerer Körnung geschliffen.
- Breite Fugen werden mit Holzleisten oder Fugenmasse gefüllt oder bewusst offen gelassen.
- Zum Schluss erhält die Oberfläche Öl, Wachs oder Lack.
Öl oder Wachs
Betont die Maserung, lässt sich stellenweise ausbessern und fühlt sich natürlich an. Die Oberfläche braucht regelmäßige Pflege.
Lack
Bildet eine geschlossene Schicht und ist pflegeleichter. Abgenutzte Laufwege lassen sich aber meist nur durch erneutes Schleifen der ganzen Fläche beseitigen.
Knarren und Fugen
Knarrende Dielen entstehen meist, weil Bretter an Nägeln oder aneinander reiben. Häufig hilft es, sie mit Schrauben neu auf den Balken zu befestigen. Fugen zwischen den Dielen öffnen und schließen sich mit der Luftfeuchtigkeit; bei trockener Heizungsluft im Winter sind sie breiter. Ganz vermeiden lassen sie sich bei einem Holzboden nicht.
Wenn die Dielen nicht bleiben können
Sind die Dielen zu stark geschädigt oder zu dünn geschliffen, gibt es mehrere Wege. Einzelne Bereiche lassen sich mit Altholz ergänzen. Alternativ entsteht auf den Dielen ein neuer Aufbau, etwa aus Holzwerkstoffplatten, auf dem Parkett, Vinyl oder ein anderer Belag liegen kann. Dabei ändern sich Aufbauhöhe und Gewicht, und die Anschlüsse an Türen müssen angepasst werden.
Ein neuer Belag auf der Holzbalkendecke beeinflusst außerdem den Trittschall zur Wohnung darunter. Welche Beläge infrage kommen, vergleicht der Leitfaden Bodenbelag wählen.
Häufige Fragen zu Altbaudielen
Das hängt davon ab, wie viel Holz über der Nut noch vorhanden ist. Dielen, die schon mehrfach geschliffen wurden, haben weniger Reserve. Wie viel noch möglich ist, lässt sich an einer ausgebauten Diele oder an einem Übergang am besten erkennen.