Leitfaden · Wände & Oberflächen

Trockenbauwände: welche Konstruktion wofür?

Mit Trockenbau lassen sich Räume teilen, Leitungen verkleiden und unebene Wände begradigen – ohne Mörtel und lange Trocknung. Welche Konstruktion passt, hängt davon ab, was die Wand leisten soll.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ständerwände teilen Räume und bestehen aus Metallprofilen, Dämmung und beidseitiger Beplankung.
  • Vorsatzschalen stehen vor einer bestehenden Wand und gleichen aus oder nehmen Leitungen auf.
  • Beplankung, Dämmung und Anschlüsse bestimmen Schallschutz und Belastbarkeit.
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Trockenbau bezeichnet Wände, Decken und Verkleidungen, die aus vorgefertigten Platten auf einer Unterkonstruktion entstehen. Bei Renovierungen im Bestand ist er beliebt, weil er leicht ist, kaum Feuchtigkeit ins Gebäude bringt und schnell weiterbearbeitet werden kann. Hinter dem Begriff „Trockenbauwand“ stehen allerdings sehr unterschiedliche Konstruktionen.

Die Ständerwand: Räume teilen

Eine freistehende Trennwand besteht meist aus Metallprofilen. U-förmige Profile werden an Boden und Decke befestigt, senkrechte C-Profile – die Ständer – stehen in regelmäßigen Abständen dazwischen. Auf beide Seiten werden Platten geschraubt, der Hohlraum wird in der Regel mit Mineralwolle gefüllt.

Einfach beplankt
Eine Plattenlage je Seite. Das genügt für viele Wände zwischen Räumen derselben Wohnung.
Doppelt beplankt
Zwei Lagen je Seite erhöhen Stabilität und Schallschutz und erleichtern die Befestigung schwererer Gegenstände.
Doppelständerwand
Zwei voneinander getrennte Ständerreihen verringern die Schallübertragung deutlich, brauchen aber mehr Wanddicke.

Die Vorsatzschale: vor der bestehenden Wand

Eine Vorsatzschale steht vor einer vorhandenen Wand. Sie kann direkt auf die Wand gesetzt, mit Abstandhaltern befestigt oder freistehend ausgeführt werden. Typische Gründe sind stark unebene Altbauwände, Leitungen, die nicht in die Wand geschlitzt werden sollen, oder zusätzlicher Schallschutz.

Innendämmung braucht Planung

Wird eine Vorsatzschale an einer Außenwand gedämmt, verändert sich das Feuchteverhalten der Wand. Damit sich kein Tauwasser in der Konstruktion bildet, sollte eine solche Innendämmung bauphysikalisch geplant werden.

Im Bad heißt die Konstruktion Installations- oder Vorwand: Dort tragen Montageelemente die Sanitärtechnik. Wie das funktioniert, erklärt der Leitfaden Vorwandinstallation im Bad.

Welche Platten wofür

Häufig verwendete Beplankungen (Auswahl)
PlatteEigenschaftTypischer Einsatz
GipsplatteStandardplatte für trockene InnenräumeWände und Decken in Wohnräumen
Imprägnierte Gipsplatteverzögerte Wasseraufnahme, aber nicht wasserdichtBad und Küche; im Spritzwasserbereich zusätzlich abgedichtet
Gipsfaserplattehöhere Festigkeit und Oberflächenhärtestark beanspruchte Wände, je nach System auch Feuchträume
Zementgebundene PlattefeuchtebeständigBereiche mit sehr hoher Wassereinwirkung, etwa gewerbliche Duschen oder dauerhaft nasse Flächen
Feuerschutzplatteverbessertes Brandverhalten; Feuerwiderstand nur im geprüften GesamtsystemBauteile mit Brandschutzanforderungen

Schallschutz entsteht in der Konstruktion

Wie gut eine Trockenbauwand Schall dämmt, hängt von der Masse der Beplankung, der Füllung des Hohlraums, dem Abstand der Schalen und vor allem von den Anschlüssen an Boden, Decke und angrenzende Wände ab. Schon kleine Undichtigkeiten, etwa offene Fugen oder genau gegenüberliegende Steckdosen, lassen Geräusche durch. Bei Wänden zu Schlafräumen sollten die Anforderungen deshalb vorher feststehen. Wände zu Nachbarwohnungen oder zum Treppenhaus unterliegen eigenen Anforderungen an Schall- und Brandschutz. Sie lassen sich nur mit nachgewiesenen Konstruktionen erfüllen, deren Profile, Plattenlagen, Dämmung und Anschlüsse aufeinander abgestimmt sind. In Eigentumswohnungen gehören solche Wände zudem meist zum Gemeinschaftseigentum.

Schränke, Regale, Fernseher: an Befestigungen denken

Leichte Gegenstände halten mit Hohlraumdübeln. Für Hängeschränke, Waschtische oder schwere Wandhalterungen sind Verstärkungen im Ständerwerk sinnvoll, die vor dem Beplanken eingebaut werden, etwa Traversen oder Holzeinlagen. Später lässt sich das nur mit Aufwand nachholen.

Vor dem Schließen der Wand festlegen

  • Positionen von Hängeschränken, Regalen und Wandhalterungen
  • Leitungswege und Steckdosenpositionen – Steckdosen sollten sich nicht direkt gegenüberliegen
  • Türöffnungen samt Verstärkungsprofilen
  • Revisionsöffnungen für Ventile oder Anschlüsse

Anschließend werden Fugen und Schraubstellen gespachtelt. Wie glatt die Oberfläche werden muss, hängt vom späteren Anstrich oder Belag ab und wird über Qualitätsstufen beschrieben – mehr dazu im Leitfaden Qualitätsstufen Q1 bis Q4.

Neue Wände oder Verkleidungen geplant?

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