Leitfaden · Planung

Die erste Besichtigung vorbereiten

Ob Handwerksbetrieb, Planungsbüro oder Sachverständige: Beim ersten Termin vor Ort entsteht das Bild, auf dem Planung und Angebot später aufbauen. Mit etwas Vorbereitung wird dieser Termin deutlich ergiebiger.

Das Wichtigste in Kürze

  • Grundriss, Baujahr und Fotos sparen Zeit und vermeiden Missverständnisse.
  • Eine kurze Liste mit Wünschen und festen Terminen hilft, Prioritäten zu setzen.
  • Manches lässt sich erst nach dem Öffnen von Wänden und Böden sicher beurteilen.
Inhalt dieser Seite

Eine erste Besichtigung dient dazu, das Objekt kennenzulernen, den Zustand grob einzuschätzen und die eigenen Vorstellungen zu besprechen. Sie ersetzt keine vollständige Bestandsaufnahme, legt aber die Richtung fest. Je besser Sie vorbereitet sind, desto genauer lässt sich anschließend sagen, was das Vorhaben umfasst.

Unterlagen, die weiterhelfen

Wenn vorhanden, bereitlegen

  • Grundriss oder Wohnflächenberechnung, gern auch als Kopie aus dem Exposé
  • Baujahr des Hauses und Jahre früherer Renovierungen, soweit bekannt
  • Fotos von Stellen, die beim Termin schwer zugänglich sind, etwa Keller, Dachboden oder Zählerschrank
  • bei Eigentumswohnungen: Teilungserklärung, Hausordnung und Kontakt zur Hausverwaltung
  • vorhandene Gutachten, Energieausweis oder Unterlagen zu früheren Schäden
  • Rechnungen oder Protokolle zu früheren Arbeiten, zum Beispiel an Elektrik oder Bad

Fehlt etwas davon, ist das kein Hindernis. Die Unterlagen helfen aber, Fragen zu beantworten, die vor Ort sonst offen bleiben – etwa, ob eine Leitung in einem Schacht zum Sondereigentum oder zum Gemeinschaftseigentum gehört.

Die eigenen Vorstellungen sortieren

Wünsche entstehen oft nach und nach: beim Besichtigen der Räume, beim Blättern in Magazinen oder im Gespräch mit Bekannten. Vor dem Termin lohnt es sich, sie grob zu ordnen.

  • Muss

    Was unbedingt erledigt werden muss, etwa ein neues Bad oder die Erneuerung alter Leitungen.

  • Soll

    Was wichtig ist, aber verschoben oder vereinfacht werden könnte, zum Beispiel neue Innentüren.

  • Kann

    Wünsche, die von Budget oder Zeitplan abhängen, etwa eine Wand zu öffnen.

  • Feste Termine

    Einzug, Rückgabe einer Mietwohnung oder Zeiträume, in denen nicht gearbeitet werden kann.

Fragen für das Gespräch

  • Welche Arbeiten sind technisch notwendig, und welche sind eine Frage der Ausstattung?
  • Was lässt sich heute noch nicht beurteilen, und wann klärt sich das?
  • Welche Gewerke wären beteiligt, und in welcher Reihenfolge würde gearbeitet?
  • Was muss ich selbst entscheiden oder auswählen, und bis wann?
  • Kann ich während der Arbeiten in der Wohnung bleiben, und mit welchen Einschränkungen?
  • Welche Abstimmungen mit Hausverwaltung, Nachbarn oder Behörden könnten nötig werden?

Was eine Besichtigung nicht leisten kann

Vieles lässt sich beim ersten Termin nur von außen beurteilen. Wie der Boden unter dem Belag aufgebaut ist, in welchem Zustand die Leitungen hinter den Fliesen sind oder ob sich unter der Tapete Risse verbergen, zeigt sich oft erst während der Arbeiten. Eine seriöse Einschätzung benennt solche offenen Punkte, statt sie zu übergehen.

Offene Punkte gehören ins Angebot

Ein Angebot kann nur so genau sein wie der Kenntnisstand. Stellen, die erst nach dem Öffnen beurteilt werden können, sollten erkennbar gemacht werden, etwa als gesonderte Positionen. Wie man ein Angebot liest, beschreibt der Leitfaden Sanierungsangebot verstehen.

Nach dem Termin

Notieren Sie direkt nach dem Termin, was besprochen wurde, welche Fragen offen sind und welche Entscheidungen bei Ihnen liegen. Das erleichtert später den Vergleich von Angeboten und verhindert, dass Absprachen verloren gehen. Wer ein eigenes Vorhaben einordnen lassen möchte, kann es über das Anfrageformular beschreiben.

Ihr Vorhaben ist beschrieben?

Mit Grundriss, Fotos und Ihren Prioritäten lässt sich eine Anfrage gut einordnen.

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