Elektro · FI-Schutzschalter
FI-Schutzschalter nachrüsten in Berlin – was die Anlage dafür mitbringen muss
Ein Fehlerstromschutzschalter, auch FI-Schalter oder RCD genannt, kann bei einem Stromunfall Leben retten. In vielen älteren Wohnungen fehlt er. Ob er sich einfach ergänzen lässt, hängt davon ab, wie die Leitungen dahinter aufgebaut sind.
- Ein fester Ansprechpartner
- Eine zentrale Anfrage
- Gewerke koordiniert
- In Berlin
Wann das Nachrüsten Thema wird
Ältere Wohnung ohne Fehlerstromschutz
Der Sicherungskasten enthält nur Sicherungen, keinen Fehlerstromschutzschalter. Viele Eigentümer möchten das beim Renovieren ändern.
Neue oder erweiterte Stromkreise
Für neue oder erweiterte Stromkreise in Wohnungen verlangt DIN VDE 0100-410 in vielen Fällen einen Fehlerstromschutz; welche Stromkreise betroffen sind, beurteilt die Elektrofachkraft.
Badsanierung
Für Stromkreise im Bad verlangt DIN VDE 0100-701 einen Fehlerstromschutz; Einzelheiten und Ausnahmen beurteilt die Elektrofachkraft.
Freiwillige Nachrüstung
Eigentümer und Vermieter möchten das Risiko in der Wohnung senken, auch wenn keine Pflicht zur Nachrüstung besteht.
Was dazugehören kann
Vor dem Einbau steht die Frage, ob die Leitungen den Schutzschalter überhaupt zulassen.
- Prüfung der LeitungenGetrennter Neutral- und Schutzleiter vorhanden?
- IsolationsmessungVorhandene Fehlerströme erkennen
- Platz in der VerteilungOder Umbau der Unterverteilung
- AufteilungMehrere Schutzschalter statt einem
- AuslöseprüfungAuslösestrom und Auslösezeit messen
Fachwissen
Wie Fehlerstromschutz funktioniert und wo er an Grenzen stößt
Ein Schutzschalter ist schnell eingebaut. Ob er wirkt und dauerhaft eingeschaltet bleibt, entscheidet die Anlage dahinter.
Was ein Fehlerstromschutzschalter schützt
Der Schalter vergleicht den Strom, der hin- und zurückfließt. Weicht beides um mehr als den Bemessungsfehlerstrom ab – im Wohnbereich meist 30 Milliampere –, schaltet er innerhalb von Sekundenbruchteilen ab. Das schützt Menschen bei einer Berührung eines spannungsführenden Teils und verringert das Brandrisiko durch Fehlerströme. Vor Überlast und Kurzschluss schützt er dagegen nicht; das übernehmen die Leitungsschutzschalter.
Voraussetzung: getrennte Neutral- und Schutzleiter
Damit der Schalter arbeiten kann, müssen Neutralleiter und Schutzleiter hinter ihm getrennt geführt sein. In Altbauten mit klassischer Nullung übernimmt ein einziger Leiter beide Aufgaben, und in der Steckdose ist der Schutzkontakt mit dem Neutralleiter verbunden. An einem solchen Stromkreis löst ein Fehlerstromschutzschalter falsch oder gar nicht aus. Hier werden zunächst die Leitungen geprüft und in der Regel erneuert.
Auslösen durch Altgeräte und Isolationsfehler
Löst ein neu eingebauter Schutzschalter sofort oder immer wieder aus, zeigt er oft ein vorhandenes Problem: feuchte Dosen, beschädigte Leitungsisolierung oder ein Gerät mit Isolationsfehler, etwa ein alter Boiler oder Heizlüfter. Eine Isolationsmessung vor dem Einbau macht solche Stellen vorab sichtbar. Viele kleine Ableitströme von Netzteilen können sich außerdem addieren, was für eine Aufteilung auf mehrere Schutzschalter spricht.
Bestandsschutz und Empfehlung
Eine bestehende Anlage ohne Fehlerstromschutz muss nicht allein deshalb umgebaut werden, weil sich die Norm geändert hat. Wird sie aber erweitert oder geändert, gilt für den neuen Teil der aktuelle Stand. Unabhängig davon ist das Nachrüsten aus Sicherheitsgründen in den meisten Wohnungen sinnvoll, sofern die Leitungen es zulassen.
Schritt für Schritt
Vom Prüfen zum eingebauten Schutzschalter
Die Reihenfolge verhindert, dass ein neuer Schutzschalter gleich nach dem Einbau dauerhaft auslöst.
Ablauf im Detail- 01
Leitungsaufbau feststellen
Es wird geprüft, ob die Stromkreise einen eigenen Schutzleiter führen oder klassisch genullt sind.
- 02
Isolation messen
Die Messung zeigt, ob in den Kreisen Fehlerströme zu erwarten sind, die zu Auslösungen führen würden.
- 03
Einbau oder Umbau der Verteilung
Der Schutzschalter wird eingesetzt; fehlt der Platz, wird die Unterverteilung angepasst oder ersetzt.
- 04
Auslöseprüfung
Auslösestrom und Auslösezeit werden gemessen und protokolliert, die Prüftaste wird erklärt.
Wer Elektroarbeiten ausführen darf
Die elektrische Anlage hinter der Hausanschlusssicherung – also auch die Installation in Wohnung oder Haus – darf nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) nur ein Unternehmen errichten oder ändern, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Arbeiten am Hausanschluss selbst führt der Netzbetreiber aus. Lassen Sie sich vor der Beauftragung nennen, welcher eingetragene Betrieb die Elektroarbeiten übernimmt.
Häufige Fragen
Häufige Fragen zum Thema FI-Schutzschalter
Nicht ohne Weiteres. Bei zweiadrigen Leitungen mit klassischer Nullung fehlt der getrennte Schutzleiter, den der Schutzschalter braucht. In solchen Fällen werden die betroffenen Leitungen zuerst erneuert. Bei Anlagen mit Schutzleiter ist das Nachrüsten meist gut möglich, wenn die Verteilung Platz bietet.
Weiterführend
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Weitere Leistungen
Ratgeber zum Thema
Möchten Sie Fehlerstromschutz nachrüsten?
Schicken Sie uns ein Foto des Sicherungskastens, so wie er ohnehin zugänglich ist – bitte dafür nichts öffnen, abschrauben oder berühren. Nennen Sie außerdem, ob weitere Arbeiten an der Elektrik geplant sind.
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