Zwei Handwerker arbeiten an einer Trockenbauwand und an Elektroleitungen in einem Altbauflur

Elektro · Leitungen verlegen

Elektroleitungen verlegen in Berlin – der passende Weg für jede Wand

Wie eine Leitung zur Dose kommt, hängt von der Wand ab, durch die sie führt. Mauerwerk, Beton, Ständerwand und Holzbalkendecke verlangen jeweils andere Lösungen, und manche Wege scheiden aus statischen Gründen aus.

Beispielhafte Darstellung – kein Referenzprojekt.

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Wann neue Leitungswege gebraucht werden

  • Zusätzliche Anschlusspunkte

    Neue Steckdosen, Leuchtenauslässe oder Netzwerkdosen brauchen einen Weg von der nächsten Verteilstelle.

  • Neue Trennwand oder Vorsatzschale

    Im Trockenbau lassen sich Leitungen im Hohlraum führen, bevor die Beplankung geschlossen wird.

  • Alte Leitungen werden ersetzt

    Liegen alte Leitungen in ungünstigen Wegen, werden sie stillgelegt und durch neu geführte ersetzt.

  • Keller, Hausanschlussraum oder Dachboden

    In Nebenräumen ist eine sichtbare, mechanisch geschützte Verlegung auf der Wand oft die einfachere Lösung.

Was dazugehören kann

Zum Verlegen gehören Planung der Wege, die eigentliche Leitungsarbeit und die Vorbereitung für die nachfolgenden Gewerke.

  • TrassenplanungWege von Verteilung bis Anschlusspunkt festlegen
  • Schlitze und DosenbohrungenIm Mauerwerk, innerhalb der Installationszonen
  • HohlwandinstallationIn Ständerwand und Vorsatzschale
  • LeerrohreFür spätere Nachrüstungen und Austausch
  • AufputzverlegungIm Keller mit Rohr oder Kanal
  • DokumentationFotos der Lage vor dem Verschließen

Fachwissen

Leitungswege nach Wandart

Nicht jede Wand eignet sich für jeden Leitungsweg. Die Wahl hat Folgen für Statik, Schallschutz und spätere Änderungen.

  • Installationszonen nach DIN 18015-3

    Unter Putz verlegte Leitungen sollen in festgelegten Streifen liegen. Waagerechte Zonen liegen nahe der Decke und über dem Fußboden, senkrechte neben Türen, Fenstern und Raumecken. So lässt sich später abschätzen, wo gebohrt werden kann. In älteren Gebäuden wurde diese Ordnung oft nicht eingehalten, deshalb ersetzt sie keine Ortung vor dem Bohren.

  • Schlitze in tragenden Wänden

    Schlitze schwächen den Wandquerschnitt. In tragendem Mauerwerk sind Tiefe und Länge ohne statischen Nachweis deshalb begrenzt, und waagerechte oder schräge Schlitze sind besonders eingeschränkt. Bei dünnen Wänden, Schornsteinwangen oder Stahlbeton werden oft andere Wege gewählt. Welche Wand tragend ist, wird vor dem Schlitzen geklärt.

  • Ständerwand und Vorsatzschale

    In Trockenbauwänden laufen Leitungen im Hohlraum zwischen den Profilen, die Dosen sitzen in speziellen Hohlwanddosen. Die Leitungen müssen vor dem Schließen der zweiten Beplankungsseite liegen. Bei Wänden mit Schallschutz- oder Brandschutzanforderung sind für Dosen und Durchführungen geeignete Systeme vorzusehen.

  • Leerrohre und Aufputz

    Ein Leerrohr erlaubt es, Leitungen später auszutauschen oder nachzuziehen, ohne die Wand erneut zu öffnen. Das ist vor allem für Netzwerk, Außenanlagen und schwer zugängliche Stellen sinnvoll. Im Keller oder Technikraum wird häufig auf der Wand verlegt, in Rohr oder Kanal, damit die Leitungen mechanisch geschützt und zugänglich bleiben.

Schritt für Schritt

Vom Plan zur geschlossenen Wand

Leitungen werden dann verlegt, wenn der Rohbau fertig ist und die Flächen noch offen sind.

Ablauf im Detail
  1. 01

    Wege festlegen

    Aus dem Plan der Anschlusspunkte entstehen Trassen, abgestimmt auf Wandaufbau und tragende Bauteile.

  2. 02

    Schlitzen, bohren, Profile vorbereiten

    Im Mauerwerk werden Schlitze und Dosen hergestellt, im Trockenbau die Profile für die Durchführung vorbereitet.

  3. 03

    Leitungen einziehen und fixieren

    Die Leitungen werden verlegt, befestigt und mit ausreichender Länge an den Dosen belassen.

  4. 04

    Lage festhalten und schließen

    Vor dem Verputzen oder Beplanken wird die Lage fotografiert; danach werden die Flächen geschlossen.

Wer Elektroarbeiten ausführen darf

Die elektrische Anlage hinter der Hausanschlusssicherung – also auch die Installation in Wohnung oder Haus – darf nach § 13 der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) nur ein Unternehmen errichten oder ändern, das im Installateurverzeichnis eines Netzbetreibers eingetragen ist. Arbeiten am Hausanschluss selbst führt der Netzbetreiber aus. Lassen Sie sich vor der Beauftragung nennen, welcher eingetragene Betrieb die Elektroarbeiten übernimmt.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Thema Leitungen verlegen

In begrenztem Umfang ja. Ohne statischen Nachweis sind nur Schlitze bestimmter Tiefe und Länge zulässig, und waagerechte Schlitze sind stärker eingeschränkt als senkrechte. Bei größeren Eingriffen oder unklarer Wandkonstruktion wird eine Tragwerksplanung einbezogen oder ein anderer Leitungsweg gewählt.

Brauchen Sie neue Leitungswege in Ihrer Wohnung?

Beschreiben Sie, welche Anschlusspunkte hinzukommen sollen und aus welchem Material die betroffenen Wände bestehen, soweit bekannt. Ein Grundriss erleichtert die Planung der Wege.

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